Amazon (Smile) und das Gemeinwesen — Eine zynische Beziehung

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Ich wer­de immer wie­der gefragt, ob ich Erfah­rung mit den diver­sen cha­ri­ty-shop­ping-Pro­gram­men im Inter­net habe, also Ama­zon­Smi­le, Bil­dungs­spen­der etc. Das liegt schon lan­ge zurück. Ich habe immer gera­ten, sei­ne Zeit und Kraft in ande­re Stra­te­gien (Gesprä­che, För­der­an­trä­ge etc.) zu inves­tie­ren. Da kommt mehr bei rum. Denn cha­ri­ty-shop­ping-Pro­gram­me erfor­dern die per­ma­nen­te Erin­ne­rung des eige­nen Netz­werks dran, sie zu nut­zen. Also: Cui bono?

Es gibt aber ins­be­son­de­re mit Blick auf Ama­zon­Smi­le für NGOs, die Kir­chen und den öffent­li­chen Sek­tor ein mas­si­ves ethi­sches Pro­blem. Die sog. “Para­di­se Papers” haben wie­der ein Schlag­licht dar­auf gewor­fen, wie glo­bal agie­ren­de Kon­zer­ne sys­te­ma­tisch Steu­er­ver­mei­dung zulas­ten der Län­der betrei­ben, in denen sie ihre Geschäf­te und Gewin­ne machen.

Es ist zynisch, wenn die­se Kon­zer­ne sich  im Rah­men ihrer Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty-Stra­te­gien gleich­zei­tig als Unter­stüt­zer des Gemein­we­sens dar­stel­len. Da las­sen sich zahl­rei­che För­der­ver­ei­ne von Schu­len und Kin­der­gär­ten z.B. bei Ama­zon­Smi­le lis­ten und hof­fen auf klei­ne Bei­trä­ge für ihre Arbeit. Die Aus­stat­tung der Kin­der­gär­ten, Schu­len und Sport­ver­ei­ne und somit der Unter­richt und die Trai­nings­be­din­gun­gen sol­len mit die­sen Spen­den ver­bes­sert werden.

Dabei liegt es auf der Hand, dass die Kon­zer­ne der Gesell­schaft nicht zuerst mil­de Gaben son­dern ihre Steu­ern schul­den. Dann stün­den dem Staat genug Mit­tel zur Ver­fü­gung, Kin­der­gär­ten, Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten sowie die öffent­li­che Infra­struk­tur bes­ser aus­zu­stat­ten. Also genau die Struk­tu­ren, von denen die Kon­zer­ne in den Län­dern auch profitieren.

Des­we­gen soll­ten alle Akteu­re der Zivil­ge­sell­schaft Rück­grat zei­gen und einen wei­ten Bogen um sol­che Ange­bo­te machen. Es muss viel­mehr laut und deut­lich gesagt wer­den: Steu­er­ver­mei­dung scha­det der Zivil­ge­sell­schaft mas­siv. Da ist jedes  Cha­ri­ty-Pro­gramm eine Nebel­ker­ze und kor­rum­piert zudem die Empfänger.

(Bild: © gle­en­fer­di­nand by pixabay.com)

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